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Betriebsratsverseucht - das Unwort des Jahres[20.01.2010]

Alljährlich wird durch eine Fachjury aus Sprachwissenschaftlern das Unwort des zurückliegenden Jahres verkündet. Zur Debatte standen diesmal, neben der gekürten "Betriebsratsseuche" auch die Schweinegrippe, die orwellsche Sprachverwirrung namens Wachstumsbeschleunigungsgesetz, der freudsche Versprecher von Angela Merkel namens Flüchtlingsbekämpfung, sowie der Begriff intelligente Wirksysteme für besonders tödliche Munitionsarten.
Schweinegrippe - Kandidat für Unwort des Jahres
Achtung Schweinegrippe!
Gekürte Wörter der zurückliegenden Jahre waren u. a. notleidende Banken, Humankapital, Rentnerschwemme, damit korrespondierend das sozialverträgliche Frühableben, und nicht zuletzt ethnische Säuberung, was ja schon an die nationalsozialistische "Endlösung" heranreicht.
 
Kommentar:  Neben Wörtern, die einfach nur böse oder dumm sind, zB. sind ja starke Gewerkschaften für eine funktionierende Volkswirtschaft unentbehrlich, denn die Gesellschaft entzieht sich selbst die Kaufkraft (und den Boden), wenn das erwirtschaftete Bruttosozialprodukt fast nur noch in den Taschen einiger weniger Anleger und Milliardäre landet (wie das gegenwärtig leider der Fall ist);
    neben solchen Wörten also, die einfach nur zeigen, wie entsetzlich dumm viele unserer Manager und Politiker sind, gibt es auch noch eine neue Tendenz zu täuschenden und die Wirklichkeit verdrehenden Wörtern, ganz im Sinne von Orwell:
 
Dazu gehören zB. "Diätenanpassung" (für Erhöhung aus dem Selbstbedienungsladen) und nicht zuletzt der Wachstumsbeschleunigungsblödsinn, der richtig übersetzt doch einfach nur "Steuergeschenke für die Reichen solange es noch geht" heißen müsste.
 
Siehe auch Steuerentlastungen und Neoliberale Sprachverdrehungen
 
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ist eigentlich nur, wieviel unglaubliches sich täglich ereignet, und niemand wundert sich mehr darüber.