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Coca Cola - Von der Modedroge zum Erfrischungsgetränk

Am liebsten würde er seine Herkunft und Geschichte unter den Tisch kehren, der Coca-Cola-Konzern. Inzwischen zum größten Softdrink-Hersteller der Welt gemausert, liebäugelt man natürlich mit dem politisch korrekten Saubermann-Image und vermarktet Cola mit Attributen wie jugendlich und sportlich. Und tatsächlich ist wohl das einzig Ungesunde (und auch das einzig halbwegs Natürliche) an heutiger Cola der hohe Zuckergehalt.
Coca Cola, Symbol des Kapitalismus
Weit weniger unschuldig aber die Anfänge. Der Erfinder von Coca Cola, John Pemberton, morphiumsüchtiger Pharmazeut, konzipierte das Getränk zunächst als eine Art Medizin auf Weinbasis. Es sollte Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen bekämpfen. Neben Wein enthielt es deshalb auch die namensgebenden Bestandteile Koka (kokainhaltige Blätter des Koka-Strauches) und Kola (koffeinhaltige Nüsse). Ein Hintergedanke dabei war wohl auch, die Folgen seiner Morphinsucht zu bekämpfen. Verkauft wurde dieses Gebräu zunächst in Apotheken.
    Nach Einführung der Prohibition musste die Zutat Wein entfallen. In Folge wurde Cola als nichtalkoholischer Sirup vertrieben, der mit Sodawasser verdünnt wurde. Die Geburt der heutigen Cola. Das einstige Medizin-Image hatte sie längst hinter sich gelassen und entwickelte sich, trotz oder gerade wegen des damals noch hohen Kokain- und Koffein-Gehalts, zum Party- und Modegetränk der jungen Städter.
Haut euch Coffein in die Nase, das ist noch legal
Seinen eigentlichen und globalen Siegeszug trat das Getränk aber erst an, als man begann, es in Flaschen abzufüllen. Eine Menge äußerer Ereignisse und Erfindungen halfen dabei, den Weg zu bereiten. Da war zunächst die sich immer weiter ausbreitende Prohibition, die dazu führte, dass die Leute nach Ersatzdrogen Ausschau hielten. Ein weiteres trugen dann die Erfindung des Kühlschranks, der Kronkorken und des Sechserpacks bei.
 
Die heutige Cola enthält nur noch geringe Mengen Koffein, und keine messbaren Mengen Kokain. Laut Cola-Company werden Koka-Blätter zur Herstellung auch gar nicht mehr verwendet. Allerdings behauptet die Company auch steif und fest, Cola hätte niemals Kokain enthalten. Da das Rezept geheim ist, und Gläser und Behälter von damals inzwischen vermutlich abgewaschen wurden, eine zwar alberne, aber nicht zu widerlegende Behauptung.
 
Nur ergänzungshalber und ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier mal die wichtigsten Zutaten von Cola: Koffein (ursprünglich Kolanuss-Extrakt), Koka-Extrakt (heute wohl Aroma), Vanille, Karamell, Limettensaft, Zucker, Zitronensäure, Orangenöl, Gewürze (Muskat, Zimt, Koriander).
 
Übrigens prägte Coca Cola nicht nur nachhaltig unseren westlichen Lebensstil, sondern - durch eine Werbekampagne seit 1931 - auch das Bild unseres heutigen Weihnachtsmannes. Dass der nämlich einen roten Mantel trägt, hat nur einen konkreten Grund: Rot war und ist die Werbe- und Markenfarbe von Coca Cola. [clickpix]
 
Kommentar:  Erwähnenswert ist wohl noch, dass Erfinder Pemberton das Rezept gleich dutzendfach verkauft hatte, um seine Sucht zu finanzieren. So richtig geheim war und ist die Cola-Zusammensetzung also nie gewesen, und es war ein langwieriges Hin- und Her, bis endlich alle Rechte in einer Hand waren.
 
Siehe auch Coca Cola und der Weihnachtsmann und keine Cola in Äthiopien .
 
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ist eigentlich nur, wieviel unglaubliches sich täglich ereignet, und niemand wundert sich mehr darüber.