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"Ficken" ist jetzt eine geschützte Marke

Kein Scherz: Der Begriff "Ficken" unterliegt ab sofort dem Markenschutz. Nachdem das Patentamt sich zunächst geweigert hatte, den genannten Begriff zu schützen, gab das Bundespatentgericht der Klage eines Getränkeherstellers statt, sich das böse F-Wort beim Patent- und Markenamt eintragen zu lassen. Ab sofort gibt es den Partyschnaps "Ficken":
Logo und Werbung für die Likör-Marke Ficken
Wirklich unglaublich ist dabei gar nicht, dass da ein "böses" Wort jetzt quasi staatlichen Schutz genießt, wirklich unglaublich ist vielmehr, dass sich irgendwelche gewitzten Unternehmer einfach unsere deutsche Sprache unter den Nagel reißen und für sich reservieren dürfen. Der immer wieder mit irgendwelchem Dünnschiss durch die Presse geisternde Pastor Fliege hat sich beispielsweise den Begriff "Menschenflüsterer" schützen lassen. Hochmut kommt vor dem Fall. Aber immerhin birgt Menschenflüsterer ja noch ein Minimum an Kreativität, ist kein Alltagsbegriff, und stubenrein ist es obendrein.
 
Was aber passiert, wenn jetzt irgend ein Unternehmer daher kommt, und sich den Begriff "Scheiße" sichern lässt? Dann wären in Folge viele Leute (inklusive meinereinem) mehr oder weniger sprachlos. Oder müssten für jedes Mal fluchen eine saftige Strafe in Form einer Lizenzgebühr abdrücken.
 
Auch darin mag der eine oder andere ja noch was Positives sehen. Aber was machen wir, wenn überhaupt keine Worte mehr übrig sind?
 
Bei Bildern ist das übrigens jetzt schon so. Gewitzte Verlage und Bildagenturen haben inzwischen praktisch sämtliche Rechte an Public Domain Sammlungen bei Flickr und Co aufgekauft und werden jetzt nach und nach jeden im Internet auf Schadenersatz verklagen, der ein solches Bild auf seinen Seiten benutzt. Im Prinzip also sämtliche Webseiten, die irgendwelche Bilder benutzen. Es sei denn, diese stellen eh nur "Mein Haus, meine Frau, mein Auto" vor ... [clickpix]
 
Kommentar:  Solches Piratentum unter den Produzenten und Verlegern ist übrigens gar nicht neu. Der deutsche Musikproduzent Hans R. Beierlein (Udo Jürgens) hatte sich zB. die Rechte am Text der DDR-Nationalhymne sichern lassen, mit der Folge, dass die damalige DDR für jedes Mal spielen ihrer eigenen Hymne einem Klassenfeind aus dem Westen Gebühren überweisen musste. Die Rechte hatten ihn gerademal 12.500 Dollar gekostet, die Einnahmen waren bis zum Ende der DDR mehr als 100.000 Mark pro Jahr.
 
Und einmal mehr fragt man sich, wer eigentlich die "Piraten" sind: Die friedlichen Tauschbörsennutzer, oder nicht vielmehr die Rechteaufkäufer, Kontentverwalter und andere Freibeuter und Abzocker unter dem Schutzschirm unseres (Un-)Rechtssystems.
 
Quelle: Rettet-das-Internet.de
 
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ist eigentlich nur, wieviel unglaubliches sich täglich ereignet, und niemand wundert sich mehr darüber.