Die eigentlich Verantwortlichen sind natürlich immer die letzten, die zurücktreten. Und das macht sogar Sinn, denn sonst hätten wir ja keine Regierung mehr, von Banken und Börsianern ganz zu schweigen.
Immerhin gab es aber eine ganz erstaunliche Anzahl von "Bauernopfern", die wir hier mal chronologisch geordnet aufzählen, ergänzt durch einen Präsidenten, der nur selber noch nicht weiß, dass er untragbar geworden ist:
"Alternativlos", das Unwort des Jahres 2010, tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern "Volks- und Wählerverarschung" zurück. Eine alternativlose Entscheidung!
Astrid Grotelüschen, niedersächsische Landwirtschaftministerin, tritt zurück, nachdem herauskommt, dass sie selbst geschäftlich als Putenmästerin involviert ist, was natürlich ein untragbarer Interessenkonflikt bei der Bekämpfung von Tierquälerei und
Dioxin-Skandal ist; - jedenfalls wenn es herauskommt.
 Guttenberg (c) warping.org |
Karl Theodor zu Guttenberg tritt zurück, weil er seine Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Dass er nicht nur ein wissenschaftlicher sondern vor allem auch ein politischer Hochstapler ist, der in seiner kurzen Amtszeit mehr Porzellan zerschlagen hat als mancher Kollege im ganzen Leben, geht in der allgemeinen Diskussion unter. (Siehe
Guttenberg-Nachruf)
Axel Weber, Chef der Deutschen Bundesbank, tritt - angeblich aus persönlichen Gründen - zurück. Zuvor war er sogar als Nachfolger von Josef Ackermann gehandelt worden.
Mehmet Kurtulus alias türkischstämmiger Tatortkommissar Cenk Batu, "tritt von seinem Amt zurück". Grund: Sinkende Zuschauerquoten.
Silvana Koch-Mehrin, gewissermaßen die Michelle Hunziker der FDP, tritt von allen politischen Ämtern zurück, nachdem die Uni Heidelberg ihr den Doktortitel entzogen hat. Gleicher Fall wie Guttenberg: Alles nur geklaut ...
Rolf Schnellecke, beliebter Oberbürgermeister der VW-Stadt Wolfsburg, tritt wegen gegen ihn gerichteter Korruptionsermittlungen von seinem Amt zurück.
Hermann Eppers, Aufsichtsratsmitglied bei Alstom, legt sein Mandat nieder, weil er die Massenentlassungen des französischen Konzerns nicht mit verantworten möchte. Schau an, nicht alle Topmanager sind Arschlöcher!
Guido Westerwelle tritt als FDP-Chef und Vize-Kanzler zurück, behält aber seinen Doktortitel. Die allgemeine Erleichterung kehrt sich bald in Entsetzen um, als man erfährt, wer sein Nachfolger wird:
Philipp Rösler.
Monika Ebeling, Goslarer Gleichstellungsbeauftragte, wird von ihren Ämtern entbunden, weil sie sich nicht nur mit weiblichen sondern auch mit männlichen Gleichstellungsproblemen befasste. Eine notwendige und wichtige Entscheidung: wo kämen wir denn hin, wenn auch Männer wieder gleichgestellt würden!
Dominique Strauss-Kahn tritt als Chef des Internationalen Währungsfonds zurück, weil er Sex mit einem Zimmermädchen hatte. Warum kann der auch nicht, wie jeder anständige Politiker, ins Bordell gehen!
Christian von Boetticher, Spitzenkandidat der CDU Schleswig-Holstein, tritt von allen Ämtern zurück, als eine Liebesbeziehung zu einer 16-Jährigen publik wird. Es möge sich aber niemand Hoffnungen machen: der Loddar wird trotzdem nicht zurücktreten.
Ralf Rangnick, Trainer von Schalke 04, tritt wegen "Burnout" zurück und verhilft dem Modewort des Jahres damit zu weiterer Popularität.
Giorgios Papandreou, griechischer Regierungschef, tritt zurück, nachdem er die Griechen darüber abstimmen lassen wollte, ob sie Schulden haben wollen oder nicht.
Heino tritt bzw. gibt seinen Bambi zurück, weil er voll doof findet, dass Bushido einen bekam. Völlig unverständlich, denn ein Gangsta-Rapper der sein eigenes Geld verdient, ist doch immer noch besser als ein prügelnder und Drogen handelnder Hartz IV Empfänger mit Migrationshintergrund.
Thomas Gottschalk tritt wegen eines tragischen Unfalls (Wettkandidat Samuel Koch) von der "Wetten, das...?" Moderation zurück. Ein Nachfolger ist immer noch nicht gefunden.
Silvio Berlusconi, italienischer Bunga-Bunga-Präsident, tritt von seinem Amt zurück, weil die pietätlosen Italiener es an der gebotenen Ehrerbietung missen lassen. (Siehe
Berlusconi-Special)
Christian Lindner, Generalsekretär der FDP-Boygroup, tritt ohne Angabe von Gründen zurück. Vermutlich hatte er einfach keinen Bock mehr, sich mit 2-Prozent-Rösler herumzuärgern. Nicht die erste Boygroup, die sich, sobald die Verkaufszahlen zurückgehen, auflöst ...

Christian Wulff (c) warping.org |
Christian Wulff, Nochpräsident der Bundesrepublik, findet es ganz normal, mit ebenso reichen wie dubiosen Geschäftsleuten und deren hübschen Frauen abzuhängen. Ist ja auch viel cooler als dröge Wissenschaftler, Professoren oder Philosophen. Vor allem kann man dann auch viel schicker Urlaub und Party machen und dicke Häusle bauen. In seiner Eigenschaft als Kapitän möchte er allerdings das sinkende Regierungsschiff nicht als erster verlassen. Und überhaupt, was sollte man auch am Ruf der Politiker noch beschädigen oder schützen ...
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