Unglaubliches aus dem politischen Alltag
 
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Wahlstrategie für Nichtwähler:
Parteien abwählen, statt Parteien wählen![10.09.2011]

Der Grund, warum mittlerweile gut die Hälfte der Leute nicht mehr zur Wahl gehen, liegt auf der Hand: Man kann immer nur das kleinere Übel wählen. Und sofern man eine der sogenannten Volksparteien für das kleinere Übel hält, kann man davon ausgehen, dass sich so gut wie NICHTS ändert, egal wer an der Regierung sitzt. Wem eben das gefällt, der geht zur Wahl. Die anderen dagegen bleiben mehrheitlich zu Hause, nicht zuletzt, weil sie eigentlich KEINE Partei mit ihrer Stimme bestätigen (legitimieren) wollen und sich - zumindest nach ihrer subjektiven Erfahrung - ohnehin nichts ändert.

So gehts natürlich auch!
Genau umgekehrt wird ein Schuh daraus: Nichtwähler zementieren die herrschenden Verhältnisse, da nur die Nichtwähler konkrete Veränderungen im politischen Spektrum herbeiführen könnten.
 
Wer nicht zur Wahl geht, der schenkt seinen Stimmanteil ausgerechnet jenen, die grundsätzlich zur Wahl gehen. Soll heißen, diesen ausgesprochen unangenehmen, besserwisserischen Zeitgenossen, die genau zu wissen glauben, was richtig und was falsch ist. Wollen das die Nichtwähler wirklich?
 
Hier greift jetzt meine persönliche Wahlstrategie:
Verhindert, dass bestimmte Parteien anteilig Eure Nichtwählerstimme bekommen, betreibt Negativ-Wahl:
  1. Die Geht-gar-nicht-Liste: zunächst notiert man all jene Parteien, die keinesfalls drankommen sollen, oder zumindest wegen Wählerverarschung eine Abstrafung (für eine Wahlperiode) verdienen.
  2. Die Geht-gerade-so-Liste: Das sind gewissermaßen alle anderen. Parteien, die man zwar nicht unterstützen möchte, die aber als kleineres Übel erscheinen.
  3. Die Stimm-Verteilaktion: Schließlich teilt man seine 3 Stimmen auf diese "Kleineres-Übel-Parteien" auf (Adäquat dazu 2 Stimmen bei der Bundestagswahl). Jede Partei bekommt nur eine, bis die Stimmen halt alle sind.
Damit hat man keine Partei wirklich gewählt, aber man hat verhindert, dass die (aus eigener Sicht) "ganz üblen Parteien" anteilig von der eigenen Nichtwählerstimme profitieren. Nebenbei verringert man auch das Risiko, dass die eigene Stimme wegen der undemokratischen 5%-Klausel komplett unter den Tisch fällt. Geht man dagegen nicht wählen, bestätigt man quasi die bestehenden Mehrheitsverhältnisse anteilig und hat nicht mal seinen Protest bekundet.
 
Zwei Beispiele:
  1. Wer mit dem "subversiven sozialistischen Pack" von SPD, Grünen und Linken nix am Hut hat (Diktatur des Proletariats), der teilt seine 3 Stimmen auf CDU, FDP und eine weitere rechtsradikale oder wirtschaftsfaschistische Partei auf (Diktatur des Kapitals). Fertig!
  2. Wer vor allem die Regierungsparteien abstrafen will (und sei es auch nur für eine Wahlperiode), der kann seine Stimme, neben den bereits genannten Linken Parteien, zB. auch noch auf die Piraten oder irgendwelche Bürgerparteien aufteilen.
Wahlzettel Adolf Hitler - 1 Stimme für Deutschland!
Keine Qual der Wahl!
Erfahrungsgemäß gibt es immer mehr "Geht-gerade-so-Parteien" als "Geht-gar-nicht-Parteien". Man hat also reichlich Auswahl.
 
Im Übrigen möchte ich JEDEM Wähler empfehlen, sich von der Vorstellung zu trennen, die Welt ginge unter, wenn eine bestimmte Partei nicht die Mehrheit erlangt. Um mich an dieser Stelle mal selbst zu zitieren:
    "Politiker sind in der Regel nichts weiter als überbezahlte Laiendarsteller, die - dank gut eingespielter Ministerien - zum Glück niemals den Schaden anrichten können, den man von Ihren (nicht vorhandenen) Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeitsstruktur erwarten würde."
 
Die eigentliche Regierungsarbeit wird (ganz undemokratisch) von mit erfahrenen Beamten besetzten Ministerien gemacht. Die meisten Gesetzentwürfe stammen zudem - direkt und unverändert - von irgendwelchen lobbyistischen Gruppen bzw. deren Anwälten und werden von den sogenannten "Volksvertretern" in der Regel ungelesen abgezeichnet.
 
Habt den Mut, Lügnern, Wahlbetrügern und Lobbyisten bei der Wahl die rote Karte zu zeigen. Deutschland geht deshalb nicht unter, im Gegenteil. Wählt, was Ihr für richtig und gerecht haltet, und nicht, was man Euch einreden will, dass es notwendig wäre! Genau dann könnt ihr auch etwas ändern, denn Politiker reagieren nur auf eins: Den konkreten Stinkefinger. Wer stattdessen nicht zur Wahl geht, der zeigt sich selbst den Stinkefinger, dem kann man nur umso leichter Hartz IV oder die Rente kürzen.
Wer jetzt bis hierher kein Wort verstanden hat, und alle diese komischen Parteien auch gar nicht kennt, okay, der geht dann vielleicht besser trotzdem nicht wählen ... [clickpix]
 
Kommentar:  Da obige Wahlstrategie von Meinereinem ist, verkneife ich mir mal jeden Kommentar, ansonsten hätte ich gesagt, dass sie genial ist ;-)
 
Siehe auch den Internet-Wahlomat
 
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