Meldung: vorige | zufällig | nächste || mailen
Was genau war noch mal das Restrisiko?
Aus gegebenem Anlass habe ich mal recherchiert, was erstens das sogenannte "Restrisiko" eigentlich heißt, und zwotens, welches Restrisiko von Gutachtern für die Kernenergie berechnet wurde. Soviel gleich vorweg:
Die derzeitigen Ereignisse in Fukushima sind völlig unwissenschaftlich, reine Panikmache, und so nicht zu akzeptieren!
Als Restrisiko wird die Gefährdung bezeichnet, die einer Tätigkeit, einer Methode, einem Verfahren oder einem (technischen) Prozess nach dem Stand der Wissenschaft selbst bei Anwendung aller theoretisch möglichen Sicherheitsvorkehrungen noch anhaftet. Die Definition des Restrisikos wird bei der Risikobetrachtung herangezogen und gegen die möglichen Schäden und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit abgewogen.
Der schlimmste denkbare Störfall beim Betrieb eines Kernkraftwerkes ist der so genannte „Größte anzunehmende Unfall” (GAU), für den die Sicherheitssysteme der Anlage ausgelegt sein müssen. Das betrifft vor allem die Notkühlung beim Ausfall der Kühlkreisläufe und die äußere Schutzhülle des Reaktorgebäudes.
Sicherheitsstudien haben wiederholt versucht, dieses "Restrisiko" abzuschätzen. Diese diversen Risikoanalysen ergaben Zeiträume von 10 000 - 33 000 Jahren, in denen mit dem Auftreten eines GAU zu rechnen ist.
Und jetzt kommt's: Kernkraftwerke werden seit 1944 betrieben, die ersten übrigens nicht zur Energiegewinnung, sondern zur Gewinnung von waffenfähigem Plutionium. Das sind bis heute genau 66 Jahre. In diesem Zeitraum hat es bereits 3 bekannte Kernschmelzen (GAU) gegeben, und zwar in Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986) und jetzt Fukushima (2011). Da die Katastrophe in Harrisburg jahrelang geheim gehalten wurde (in einem demokratischen Land!), kann man davon ausgehen, dass es eine internationale Dunkelziffer von mindestens doppelt soviel, also gut 6 Kernschmelzen gibt, bei denen nur im letzten Moment ein überregional nachweisbares Austreten von größeren Mengen Radioaktivität noch verhindert werden konnte.
Also 1 Gau in 10 Jahren, und nicht - wie von superschlauen Leuten errechnet - in 10.000 oder gar 30.000 Jahren. Wobei praktisch 1 Supergau wie in Tschernobyl ausreicht, um ein Land wie Deutschland für alle Zeiten komplett unbewohnbar zu machen.
Was bleibt, ist die Frage, ob all diese Gutachter nicht Guttenbergs Beispiel folgen und ihre Doktor- und Professorentitel zurückgeben sollten. Nicht wegen Abschreibens (was ja immer noch ein Minimum an Intelligenz erfordert), sondern wegen kompletter Unfähigkeit oder (noch schlimmer) Käuflichkeit. [clickpix]
Kommentar: Die Titanic, das unsinkbare Schiff, das unterging, weil ein blöder Eisberg (ganz ohne Erlaubnis und vorherige Anmeldung) vorbeischaute, Tschernobyl, das explodierte, weil man gerade mal paar militärische Experimente machen wollte, Harrisburg, das beinahe hochging, weil die Betreiber zu blöd waren, die Kühlanlage einzuschalten, und jetzt Fukushima, weil ein Erdbeben es wagte, stärker als sonst auszufallen.
Wenn sich die Natur nicht an die Vorgaben der Wissenschaftler hält, wie soll man da noch vernünftige Vorhersagen treffen?! Das ist so nicht akzeptabel. Bitte richtet Eure diesbezügliche Beschwerden möglichst zahlreich und in dreifacher Ausfertigung an den Vatikan oder direkt an den lieben Gott.
weitere Meldungen:
Unglaublich ist eigentlich nur, wieviel unglaubliches sich täglich ereignet, und niemand wundert sich mehr darüber.
|